Der Schäkel 3/2005

Das Jahr 2005

Das Jahr 2005 neigt sich schön langsam dem Ende zu. Es war wieder ein erfolgreiches Regattajahr für den SCC. Bis auf das Ansegeln konnten alle Regatten gestartet und ein Sieger ermittelt werden. Ein besonderes Highlight war auch in diesem Jahr unser Tornado-Cup verbunden mit dem A-Cat-Cup. Hier starteten 24 Tornados aus 4 Nationen. Das Siegerteam stellten wieder wie im vergangenen Jahr die Österreicher, diesmal mit Dietmar und Nicole Salzmann. Gleichzeitig wurde auch der A-Cat-Cup durchgeführt. 15 Segler aus 4 Nationen segelten den Sieger in dieser erstmalig durchgeführten Regatta in dieser Bootsklasse aus. Der Sieger war der Weltspitzensegler Scott Anderson aus Australien.

Nach einem ruhigen Jahr 2004 hat uns bezüglich der Bauaktivitäten wieder das Baufieber gepackt. Unter der Bauleitung von Manfred Beer und Heiner Dürr wurde eine Terrasse an der Nordseite des Clubhauses angebaut um die Verschmutzung der Clubräume und WC-Anlagen zu reduzieren. Da die Gemeinde Chieming auf der Südseite auch bauliche Maßnahmen durchgeführt hat, war der Erfolg (saubere WC-Anlagen) schnell sichtbar.

Eine politische, aber für den SCC sehr wichtige Entscheidung ist in diesem Jahr gefällt worden. Die Gemeinde Chieming muss für das Grundstück und die baulichen Maßnahmen auf dem Clubgelände kein Nutzungsentgeld an die Schlösser- und Seenverwaltung zahlen. Damit wird unser Verein nicht noch zusätzlich finanziell belastet.

Ein schönes Beispiel für ein funktionierendes Clubleben war als Jahresabschluss unser Herbstarbeitseinsatz. Bei herrlichem Spätsommerwetter wurden die notwendigen Arbeiten durch die große Teilnehmerzahl schnell und erfolgreich durchgeführt. Eine besondere Freude war hier auch die zahlreiche Beteiligung der Jugendgruppe.

Am Ende dieser Segelsaison möchte ich mich auch in diesem Jahr bei den vielen Helfern, die das Clubleben aktiv gestalten, recht herzlich bedanken.

Ein herzliches Dankeschön auch an Julia Herdy und Klaus Spatzl für die Regattaberichte in den Chieminger Nachrichten und im Traunsteiner Tagblatt, an Peter Rost für die Jugendarbeit, an Gerd Folkerts für die Tätigkeit als Schriftführer und Schatzmeister, an Dietmar Melz für die Tätigkeit als Hafenmeister und an Rudolf Ebhardt für die hervorragende Organisation der diesjährigen Regatten.

Ein herzliches Dankeschön auch an die Schäkelredaktion. Manfred Beer bemüht sich unermüdlich, neben seiner Tätigkeit als guter Geist mit Rudolf Ebhardt auf unserem SCC – Gelände, mit seinen Redaktionsmitgliedern Heiner Dürr und Klaus Spatzl um das rechtzeitige Erscheinen unserer Clubzeitschrift.

Bedanken möchte ich mich auch noch bei allen Beiratsmitgliedern und bei unserem zweiten Vorstand Helmut Stumhofer jun.
Sie alle haben mich bei der Vereinsführung aktiv unterstützt.

Ein besonderer Dank gilt auch der Wasserwacht Ortsgruppe Chieming und der Freiwilligen Feuerwehr Chieming im Namen aller aktiven Regattasegler für die Unterstützung bei der Durchführung unserer Regatten.

Einen Dank auch an den SWFS für die Unterstützung und Teilnahme bei unseren Regatten.

Für die Advents- und Weihnachtszeit wünsche ich Ihnen ruhige, erholsame Tage.

Für das Jahr 2006 Gesundheit und Glück und allzeit eine Handbreit Wasser unter dem Kiel.

Robert Hein 1. Vorstand



Einladung zur ordentlichen Mitgliederversammlung

Hiermit berufe ich die Mitgliederversammlung (Jahreshauptversammlung) für Freitag, den 24.März 2006
19.30 Uhr, im Gasthaus Seehäusl in Chieming/Stöttham ein.


Tagesordnung:

1. Bericht des Vorstandes und der Abteilungsleiter

2. Kassenbericht und Bericht der Kassenprüfer

3. Entlastung des Vorstandes

4. Neuwahl des Vorstandes

5. Neuwahl des Beirates

6. Wahl der Kassenprüfer für das Jahr 2006

7. Beschlüsse über vorliegende Anträge

8. Verschiedenes


Robert Hein 1. Vorstand



Termine 2005
Mondscheinrodeln

28. Dezember 2005 (Mi) Schlittenfahren mit Kind und Kegel

Treffpunkt Strandbadparkplatz Chieming. Abfahrt 15.00 Uhr.
Zielort: Hotel Kramerhof in Gasteig / Tirol (Nähe Kirchdorf /
St. Johann / Tirol).
Wanderung zur Bacher-Alm ca. 45 Min. oder Fahrt mit Unimog.
Die Schlittenbahn (Flutlicht) ist familienfreundlich und nicht gefährlich! Schlitten können vor Ort gemietet werden!
Im Anschluss geselliges Beisammensein!
INFO: Manfred Beer Tel: 0 86 64 / 4 53



Termine 2006

24. März 2006 (Fr) Jahreshauptversammlung

22. April 2006 (Sa) Frühjahrsarbeitseinsatz
Beginn: 09.00 Uhr

06. Mai 2006 (Sa) Ansegeln

24. Juni 2006 (Sa) Laterndl-Langstreckenregatta

01. Juli 2006 (Sa) Wasserwacht-Cup
02. Juli 2006 (So) Ausweichtermin

15./16. Juli 2006 (Sa/So) 11. Chiemsee-Tornado-Cup
2. A-Cat-Cup

14. Oktober 2006 (Sa) Absegeln

11. November 2006 (Sa) Herbstarbeitseinsatz
Beginn: 09.00 Uhr



Regatten aus der Nachbarschaft

08./09. Juli 2006 (Sa/So) Schneider-Weiße-Cup Windclub

26./27. August 2006 (Sa/So) Seehäusl - Humpen SWFS

02. September 2006 (Sa) Stamperl-Regatta

Bitte beachten:

Die Regatta Seehäusl-Humpen (SWFS) zählt zur
SCC-Vereinsmeisterschaft



Impressum: Herausgeber: Segel-Club Chieming e. V., Postfach 1206, 83336 Chieming. Redaktion: Manfred Beer, Heiner Dürr, Klaus Spatzl. Hinweis: Alle Artikel geben die Meinung der Verfasser, nicht eine Stellungnahme der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, eingesandte Manuskripte zu kürzen oder auszugsweise wiederzugeben. Eine Haftung der Redaktion ist ausgeschlossen.



Absegeln, 15. Oktober 2005

Als mich meine Schwester am 15. Oktober um 9.30 Uhr abholte, schien es ein windstiller und wunderbarer Tag zu werden, um das Boot abzubauen und winterfest zu machen. Von Regattastimmung war bei uns nichts zu merken. Im Hafengelände angekommen, deckten wir pro forma das Boot ab, legten unsere Segelsachen in die Hütte und gingen ans Ufer um die Sachlage mal etwas genauer zu betrachten. Nichts los! Der Tornado kann heute noch abgebaut werden – super!

Bei der Skipperbesprechung hörten wir was von Wind aus Osten und sobald einer aufkäme ging es ab nach draußen. Na, ganz ehrlich, Lust hatte ich ja gar keine. Kühl war es und das Wasser eisig und wir wollten doch abbauen.

Der Wind kam tatsächlich und mit dem Wind auch die übliche Frage „was ziehe ich an?“. Da ich es die letzten 10 Jahre nicht geschafft habe mir einen Faserpelz zu kaufen, musste die Zwiebeltaktik angewendet werden. Zuerst die Skiunterwäsche, dann der Rolli, eine Radlhose und noch ein warmer Pullover oben drüber und dann irgendwie in den Trockenanzug, die Schwimmweste als Abschluss und schon konnte es losgehen.

Der Wind hat überraschenderweise aufgefrischt und so waren wir im Nu am Startschiff angekommen, um dort die beste Startposition ausfindig machen zu können. Leider half uns das alles nichts, denn wir hatten mal wieder ein Zeitproblem. Meine Uhr ist anders eingestellt, als die von Dini (sie hatte aber meine Uhr) und als der Startschuss ertönte, brach bei uns die große Hektik aus, da wir auf Start noch nicht eingestellt waren. Wir hatten doch noch eine Minute! Mit verspätetem Start und einem enormen Ehrgeiz das Feld von hinten aufrollen zu wollen, kämpften wir uns langsam aber sicher immer etwas weiter nach vorne. Der Wind war ideal für uns zwei. Wir konnten super Höhe laufen und sogar auf unserem nicht gerade geliebten Vorwindkurs kamen wir gut voran. Leichte Probleme gab es immer vor der Luvtonne, da jeder stark abfallen musste. Aber auch das konnte irgendwie gemeistert werden und so kamen wir, aus der Gruppe der Tornado klassisch Segler, als erste ins Ziel. Fast hätten wir uns über unseren Sieg gefreut, wenn es nicht geheißen hätte, dass es eine zweite Wettfahrt geben wird. Oh je! Ein zweites Mal schaffen wir das nie. Und so war es dann auch. Die Unbekümmertheit war weg und vor lauter, wir müssen das und wir müssen jenes, hat es dann auch beim zweiten Start nicht geklappt. Diesmal war die Uhr nicht Schuld, sondern der Irrglaube, wir könnten uns an die Startlinie stellen und genau beim Schuss darüber hinweg segeln. Wir hatten aber weder mit abfallenden und anluvenden Booten von backbord und steuerbord gerechnet und schon gar nicht mit Heiner Dürr, der plötzlich quer vor uns an der Startlinie entlang segelte. Nun ja, mit leichter Anspannung versuchten wir uns irgendwie frei zu segeln, was lange nicht funktionierte. Wir hätten schon gewusst wohin wir eigentlich segeln müssten und wie wir es an der Luvtonne anstellen würden und ob wir danach gleich umlegen oder noch etwas weitersegeln sollten – doch oftmals kommt alles anders als man es sich vorstellt. Irgendwann bekamen wir Platzangst und halsten weg von all den Booten, die uns nicht das machen ließen, was wir vorhatten.

Ob es gut oder schlecht war – ich weiß es nicht. Auf alle Fälle haben wir gekämpft und es hat irrsinnig Spaß gemacht. Ein „wäre…, wenn ich…, hätt ich…“, hätte uns vielleicht zum Sieg verholfen, aber so sind Walter und Evi vor uns durch´s Ziel.
An Land wurden wir von Hildegard Beer mit Fleischpflanzerl und Kartoffelsalat verköstigt und genug Zeit war auch noch, um den Tornado abzubauen und winterfest zu machen.
Alles in allem war es einer der schönsten Segeltage des Jahres und ein gelungener Abschluss der Saison 2005.
(…noch nicht ganz, bei der Eisarsch-Regatta Anfang Dezember wird auch noch mitgesegelt…)

Eure Hacky und Dini



Ergebnisse

Gesamtergebnis

1. Platz Helmut Stumhofer jun. A-Cat SCC
2. Platz Benno Billinger / T. Posch Tornado SCC
3. Platz Nicole Spatzl / Nadine Spatzl Tornado SCC
4. Platz Mark Mücke A-Cat SCC
5. Platz Robert Hein A-Cat SCC
6. Platz Rico Linke / Frank Rübel Hobie 18 WCLO1
7. Platz Walter Gampert / Eva Gampert Tornado SCC
8. Platz Heiner Dürr / Manfred Beer U 20 SCC
9. Platz Norbert Haimerl / S. Haimerl Tornado WCLO1
10. Platz Herbert Sorgend / E. Jungwirth Hobie 16 SWFS
11. Platz Hans Baumann / A. Huber Tornado SCC
12. Platz Peter Obermeier / B. Obermeier Tornado SCC
13. Platz Dietmar Melz FD SCC



Montagsturner S E G E L - T Ö R N 2005
vom 29. September bis 11. Oktober
Dalmatien - von Dubrovnik nach Split -
Schiff: Bavaria 46 Cruiser

Teilnehmer: Heiner Dürr (Skipper), Rudi Ebhardt (Schiffskoch), Albert Huber (Bordkasse) und die Leichtmatrosen Gebhard Georg, Bernhard Huber, Rainer Rost und Klaus Stiriz.
Nach zwei Vorbesprechungen zum Törn, Ablauf, Route, Chartervertrag, Schiffstyp, Kleidung, Ausrüstung, Versicherungen, Einteilung der Hin- u. Rückfahrt usw., rückte der Tag der Abreise immer näher. Wir fuhren in 2 Gruppen.
Erste Gruppe Rudi (Fahrer) Heiner und ich (Rainer)
Abfahrt Donnerstag, 29. September als Vortrupp.

Zweite Gruppe Albert (Fahrer), Bernhard, Gebhard und Klaus.
Abfahrt Freitag, 30. September abends als Nachfahrt-Vierer. Wetterlage für einen Törn insgesamt besonders wichtig, war zum Zeitpunkt der Abfahrt schlecht, sollte sich aber im Verlauf der Reise noch verschlechtern. Alles ging zügig voran (1. Gruppe) bis Ljubljana. Rechtzeitig zur Stadtbesichtigung und evtl. Übernachtungsmöglichkeit schüttete es wie aus Kübeln. Nach kurzem Durchschwimmen , zu Mittag (fast) bayerisches Lokal gefunden. Weiterfahrt, wir werden schon etwas für die erste Nacht finden. Raus aus der Stadt und über Land ca. 80 km sehr kurvenreiche Strecke, teils schlechte Fahrbahn, auf die Autobahn Zagreb-Rijeka, Abfahrt nach Zadar. In Otocac ab von der Autobahn, Quartiersuche über Land Richtung Gospic, vorbei an den vom Bürgerkrieg Serbien - Kroatien verwüsteten Häusern. Unterkünfte teilweise nicht akzeptierbar. Dann doch endlich nach mehreren Versuchen Gasthof gefunden, Zimmer o.k. Essen gut,
Hund bellt in der Nacht, leichtes Gewitter, aber gut geschlafen.

2. Tag. Weiterfahrt Autobahn Richtung Zadar, Sibenjk, Split, zur Marina Kastela. Die Bora ließ oft nur 40 km/h auf der Autobahn zu. Marina BavAdria angemeldet, Taxi (VW Bus) bestellt zur Weiterfahrt nach Split zum Bus-Terminal. Split-Dubrovnik sauteuer (30.- Euro). Bus Abfahrt 13.00 Uhr. Abenteuerliche Fahrt ca. 4 1/2 Stunden über die Küstenstraße mit Grenzübergang, Grenzkontrolle, Kroatien, Bosnien, Kroatien, nach Dubrovnik. Vom Bus-Terminal mit weiterem Bus zur Marina ACI, Liegeplatz BavAdria. Mit 2 Autos zu einem Privatquartier in der Oberstadt von Dubrovnik.
Quartier: 1 Zimmer, klein, 3 Betten. Zum Abendessen mit Bus zum Centrum Dubrovnik, die Ex Republik umgeben von der Stadtmauer, durch das Pile Tor mit 2 Wachen in historischen Gewändern, vorbei am Onofrio Brunnen auf die Placa, eine mit weißem Marmor ausgelegte heutige Flaniermeile mit vielen Läden und noch mehr Seitengassen, die linker Hand über zahlreiche Stufen steil anstiegen. Nach der ersten Häuserreihe verläuft parallel zur Placa eine Gasse, die wiederum viele kleine Geschäfte und noch weitere Bewirtungsstätten bietet. Diese Placa (Straße) ist ein zugeschütteter Meereskanal, der die Siedlungen Ragusium und Dubrava einst trennte. Placa und Restaurants waren sehr gut gefüllt. Nach Abendessen (Fisch, was denn sonst) zurück mit dem Bus in unser “Hotel “. Inzwischen: Abfahrt der Nachhut oder die letzten “Vier” am
Freitag, 30. September

ca. 17.00 Uhr. Per SMS Anweisungen an Albert von mir über Straßenzustand und zu fahrende Route, wegen der Landstraße bei Regenwetter und Dunkelheit. Weitere Berichte über Marina Kastela und Bus nach Split - Terminal sowie Bus nach Dubrovnik. Klappte vorzüglich.
Weiter die Vorhut:
Samstag, 01. Oktober,
kein Frühstück, Frau bei Working. Also Bus nach Dubrovnik und frühstücken. Stadt weiter besichtigt. Mittag auf Privat-Taxi gewartet, da die 2.Vier ihre Tour schneller als erwartet und errechnet (Albert) geschafft hatten und bereits in der Marina ACI angekommen waren. Auch wir, 1 1/2 Tage eher abgefahren, schafften den Treffpunkt; na ja sagen wir mit ca.
1 Stunde Verspätung. Gepäck zum Schiff, Schiffsübernahme zog sich hin (ca.14.00-16.00 Uhr). Skipperanweisungen über Verhalten an Bord.
Inzwischen und danach Vorräte bunkern, hauptsächlich Wasser und Nudeln, auch etwas Bier und Wein usw. Jeder hatte auch ein paar besondere Wünsche. Nach Schiffsübernahme und Einrichtung, per Bus nach ??? ja richtig Dubrovnik Altstadt. Stadtbesichtigung fotografieren, Abendessen. Per Bus zurück aufs Schiff.
Erste Nacht an Bord im Hafen = o.k.

Segeln 1. Tag Sonntag, 02. Oktober
Frühstück reichhaltig Kaffee, Tee, Milch, Käse, Wurst, Marmelade,
Sonne u. leichter Wind. Ablegen ca. 09.30 Uhr. Anschließend üben der Segelmanöver, Erklärung über Wende und Bedienung der versch. Einrichtungen zum Segeln.
Raume Fahrt, Wind aus NW, Fahrt 4- 6 Knt. Ca.14.00 Uhr Bucht angelaufen und alle ( fast ) von Bord und im Meer schwimmen. Badehose? Kein Thema. Weiterfahrt am Wind bis zu 8,5 Ktn. zur Insel Mljet, Bucht angelaufen, kleiner Ort mit Privat-Muring, alle winken, ein hübsches Mädchen hat gewonnen. Schwimmen wie gehabt. Restaurant hoch über der Bucht, Neubau Säulen-Bau, alles offen, ital. Flair. Wirt sehr freundlich, gut gespeist. Nach nächtlicher Bootsfahrt über die Bucht wieder an Bord. Heiner übt das neue Spiel: fliegende Katze, schwanzgeschleudert, durch den Niedergang in den Sternenhimmel.

Segeln 2. Tag Montag, 03. Oktober
07.00 Uhr, Frühsport schwimmen, 08.00 Uhr Frühstück wie vor, Himmel leicht bedeckt, Heiner am Wetterkanal Wind aus SSO 6-10 Ktn., lokal auffrischend bis 20 Ktn. Ablegen 09.20 Uhr Wind SO Raumer Kurs, Gebhard am Steuer, Kurs halten leicht gewöhnungsbedürftig. Erste Halse durch Heiner. Gebhard weiter am Steuer, bettelt: „Skipper, darf ich auch mal halsen“ ( dachte wohl an zu Hause). Heiner kriegt Magenweh bei dem Gedanken und schüttelt nur den Kopf. Gebhard gibt keine Ruhe; „Heiner, darf ich doch mal halsen.“ Na ja, o.k. aber!!! Na, das wurde fast eine Patent.! mit fast Wende!! Kommandos evtl. auch nicht ganz?!, da bedarf es noch etwas an Übung. Nach allgemeiner Beruhigung und weiterer zwei Seemeilen wieder die Frage: „Darf ich?“ , das Rundachtern hat Gebhard doch so gefallen! Diesmal na ja, so la, la.
12.30 Uhr Insel Mljet Ende erreicht, Kurs auf Insel Lastovo, Wind weiter SO.
Mittagessen,Nudelsuppe bei raumen Wind auf freier See, Wind drehend auf SW -West ca. 14 - 20 Ktn. Speed 7,5 - 9 Ktn., in Böen auf 10-10,5 Ktn., Wellen aufbauend auf 1,5 - 2,5 m. Am Steuer Klaus, gute Haltung, Schiffsversatz in Böen und Wellen 30 bis 40 Grad .Kurs halten bedeutet immer stark anluven und sofort wieder stark abfallen und das bei fast jeder Welle. Hier ergab sich oder besser gesagt erhub sich durch Rasmus Schuld ein leichter Würfelhusten bei Gebhard. Klaus steuerte souverän weiter. Ankunft in Bucht auf Lastovo ca. 16.00 Uhr nach ca. 42 sm. Ankermanöver mitten in der Bucht 2. Mal, da Anker nicht fest. Gebhard sofort wieder im Wasser und fast verschwunden. Suchaktion gegen die tief stehende Sonne zwecklos. Er kam aber doch noch mal zurück. Rudi überraschte uns mit Suppe? Nein !! Kotelette mit Nudeln und Soße, ital. Salat mit Öl ohne Essig aber mit schwarzen Oliven. Ja, ja !! Vorspeise 1/2 Bier zum Essen, Weißwein aus Pag, Nachspeise Erdnüsse u. Rotwein. Die Luft an Deck war weitaus besser als unter Deck, daher beschlossen Klaus und ich auf den Backskisten zu nächtigen. War frisch aber o.k. In der Nacht drehte sich das Schiff durch die einfallenden Winde bis zu 90 Grad am Anker.

Segeln 3. Tag Dienstag, 4. Oktober
07.00 Uhr, leichter Nieselregen, Himmel bedeckt, 08.00 Uhr Frühstück Schinken, Eier, Wurst, Käse, usw. wie gehabt, alle wohlauf. 09.05 Uhr klar Schiff, Motor an, auslaufen, Segel setzen am Wind, Kurs Richtung Korcula auf Insel Korcula. Wind auffrischend auf bis zu 20 Ktn., starke Welle, Segel mit starkem Reff. Trotzdem Speed 5 - 8 Ktn., heftige Dünung 2-2,5 m. Pflastersteine, Fahrt sehr unruhig und nass. Bernhard am Steuer, Wellen und Wind erprobt. Vor Korcula noch 2 Wenden um den Hafen zu erreichen. Reff wieder verringert, da uns der Spaß zu gering war. 14.30 Uhr Korcula Hafen erreicht. Ankermanöver Achtern. 15.30 Uhr Suppe am Schiff, dann Stadtbesichtigung, Historische Altstadt mit Marco Polo Gasse und Haus. Vorräte bunkern, vor allem Wein u. nochmals Wein. Käse probiert am (Viagra) - Gemüse u. Obstmarkt. Wein Tragödie im Konsum durch Bernhards Wunsch nach Gewürz Traminer. Dauer ca. 1Std. Abendessen am Schiff aus den gebunkerten Obstmarkt Vorräten. Anschließender Nachtspaziergang mit Suche nach Cafe-Bar o.ä. kein Glück, da ab 22.00 Uhr Polizeistunde. Doch noch Turm-Bar gefunden. An Bord zurück war Gebhard mit seinem Bass nicht zu bremsen. Statt leiser wurde er nur noch lauter. Heiner hat doch so einen leichten Schlaf.

Segeln 4. Tag Mittwoch, 05.Oktober
07.00 Uhr, leichter Wind, Frühstück bekannt reichhaltig, Wetteraussichten gut, leichter Wind, Ziel: Vela Luka am anderen Ende von Korcula. Noch Vorräte ergänzen und um 10.15 Uhr los. Fahrt über ca. 20 sm Wind aus Süd, Raumschots aufgefiert, Schlag nach Ost, um wieder auf Süd Hafen Vela Luca zu erreichen. Nach 3 Schlägen z.T. raumschots und hart am Wind bei 5 -8 Ktn. Speed, in Böen, mit Regenschauern Wind mit 15-16 Ktn. Reff im Segel, dann wieder voll Zeug hart am Wind und S O N N E , Hafen von Vela Luca erreicht. Achtern anlegen und Anker, ca. 40 m. Kette. Stadtspaziergang, Capuccino, Käse einkaufen, 19.30 Uhr Abendessen Spaghetti mit Fleischklößchen mit 3. Portion geschwenkt von mir für Bernhard. Er mag sie doch so gern. Weinparty an Bord. Klaus hat Liederbuch mit alten deutschen Wanderliedern und Lieder aus der Jugend. Unsere 2 Mann Gesangsgruppe, Rainer und Klaus kannten fast alle Melodien, auch die, die sonst nur mit dem deutschen Text la, la, la gesungen werden. Es war für alle mit “Oropax” ein Erlebnis. Um Mitternacht hatten wir keine Lieder mehr und alle 312 Strophen durchgesungen. Oder waren es doch 319 Strophen???

Segeln 5. Tag Donnerstag 06.Oktober
Wie immer, 07.00 Uhr Unruhe auf dem Schiff, 08.00 Uhr Frühstück, 09.20 Uhr Anker auf und Ausfahrt. Suche nach einer Sandbank oder ähnlich mit 6 m. Wassertiefe ergebnislos abgebrochen, dafür kleine Bucht angelaufen und ohne ankern geschwommen und geschnorchelt. 10.20 Uhr weiter unter Motor aus der Bucht, dann unter Segel Ziel Insel VIS als äußerstes westliches Ziel unseres Törns. 11.30 Uhr, Wind frischt immer mehr auf, Gewitterfront aus südlicher Richtung, Regenschauer sichtbar, Segel gerefft, Segel wieder Vollzeug, 12.00 Uhr Gewitterfront jetzt fast rundum, Sicht wird immer schlechter nur noch 3 Ktn. Speed. Also runter mit dem Zeug, Motor an, Kurs VIS, abwettern heftiges Gewitter rundum Blitze von achtern über Backbord und Donner (rundachtern !!) 13.00 Uhr, Hunger angemeldet, Rudi muss zaubern; Tomaten- Mozarella-Toast gewünscht, Rudi versteht Tomaten-Sanella, macht aber alles richtig. 15.00 Uhr Hafen VIS erreicht. kein Licht, kein warmes Wasser im Service (haben ein Problem) wird später doch noch behoben.
18.30 Uhr Abendessen Fisch- u. Weinbar exclusiv, Fischplatte mit Brasse, Feuerbraxe, Zuccini, Kartoffeln, Oelsud einfach Klasse und ebenso teuer. ( 220,-- Eur. ). Espresso u. Capuccino im Lokal vis á vis vom Schiff. Ausklang mit Rot- u. Weißwein. Routenplan für Freitag. Insel HVAR mit Stadt Hvar ausgesucht wegen der Sehenswürdigkeiten, Altstadt etc. Danach sollte ein Badetag eingelegt werden mit schöner Bucht bei Sonnenschein!!
DENKSTE !!

Segeln 6. Tag Freitag 07.Oktober

Sauwetter, schon in der Nacht rundum alles zu, Regen u. Gewitter, duschen gehen, Frühstück (schon etwas weniger Hunger), Magen flau, Wetter drückt auf die Stimmung. Kurz Verpflegung bunkern dann los, Wind 4 - 6 Bf. Wetter wird besser, 12.00 Uhr, Insel HVAR liegt an. Am Clubschiff Mediterranee vorbei in Marina gegenüber Hvar. Schiffstaxi ist voll, also selber wieder unter Motor nach Hvar. 17.30 Uhr Stadtbesichtigung, Kaffeetrinken, Eisbecher, und Seife kaufen. Restliche Verpflegung besorgen und wieder heimwärts in die Marina. Abendessen: Schinkennudeln ohne Schinken, aber mit Fleischwurst, Salat, Tomaten u. Oliven, Weinprobe, rot u. weiß. Dann Seminar über Destille von Whisky irisch u. schottisch. Seminarleiter Heiner, der Rauchsieb- u. Pfannen-Gerste-80 % =

3 fach Destillator. Gelernt habe ich, auch in Whisky ist Wasser und Rest-Alllohohl!, natürlich destilliert.

Bühnenreifes Frage- u. Antwort-Lustspiel.

Segeln 7. Tag. Samstag 08.10.
Wieder rauhe Nacht in der Marina. Wanten pfeifen u. jammern, wie einlaufende Motorboote. 08.00 Uhr Frühstück, Regen u. Wind von Ost, Marina sauber, ausreichend Toiletten und Duschen. 09.30 Uhr auslaufen, es hellt etwas auf, Wind lässt nach. Ziel ist Festland mit Stadt Trogir. Es geht ohne direkte Landabdeckung ziemlich heftig, leicht Raum mit Wind bis 28 Ktn. Speed 6-9Ktn. nur mit Genua im Reff über 45sm Richtung Hafenstadt Trogir.
Albert am Steuer, wird von Heiner abgelöst, nach dem Motto: Was Du nicht kannst, kann ich noch besser! Es ging mal so und mal so zwischen anluven u. abfallen. Sehr stürmisch. Wellen von Ost, Schiff kaum auf Kurs zu halten.
An Insel Solta vorbei ca. 14.00 Uhr Bucht Trogir erreicht. Marina gesteckt voll mit Charterschiffen, also Stadtkai anlaufen und festmachen. Hafengebühr teuer, wie fast überall zwischen 250 u. 300 Kuna = ca. 35,- bis 45,- Eur. Trogir sehr schöne Promenade, alles fürs Auge parat. Palmen u. Schmalgoaßen. (Orginalton Börni), schmale Gassen, mindestens dreißig kleine Restaurante. Kaffeetrinken mit Schokopalatschinken und Eiskugel, Cevapcici (Rudi). Rundgang über Obstmarkt, Feigen bunkern für Kefir (Rainer), Eisessen mit blondem Geschmack. Fertigmachen zum Pizzaessen. Gute Pizzaria, Super Pizza mit Peperoni (sehr scharf), gut für Durst, oder Frutti di Mare.
Auf der Flaniermeile ist die Hölle los. 3 Hochzeiten mit Autokorso und Kroatien qualifiziert sich für die Fußball WM. Laute Musik, Autoreifen quietschen, in den Bars ist der Teufel los, besonders im Glasscherbenviertel jenseits der Zug-Schiebebrücke. Kurz vor 02.00 Uhr wird es ruhiger, außer im GS-Viertel, trotzdem gut geschlafen.

Segeln 8. Tag, Sonntag 09.Oktober
Na, was ist denn das? Blauer Himmel, Deutschland verliert gegen Türkei mit 1:2, Pakistan Erdbeben-Katastrophe!
Marina zum Duschen, nicht sehr zu empfehlen, Frühstück gut, kurzer Kirchenbesuch-Messe, und 10.00 Uhr Ablegen Richtung Insel Brac. Ab Mittag lässt der Wind aus und wir suchen eine kleine Bucht auf zum Nachtankern. Vorher noch schwimmen, schnorcheln und Beiboot ausprobieren ( Bernhard ). Albert besorgt mit Beiboot Wein unter Einsatz seines Lebens ( großer schwarzer Hund ) bei deutschem Ehepaar in der Bucht. Abendessen Spaghetti Wein und geklönt, wie immer. Gebhard und ich an Deck geschlafen, erfrischend wie das Bad am Morgen.

Segeln 9. Tag Montag 10.Oktober
Beiboot als Toilettenzubringer missbraucht und Landpartie mit Klorolle. 9.20 Uhr, nachdem unser Flusspferd ( Gebhard ) auch mit trockener Klorolle schwimmend wieder an Bord ist, unter Segel, blauester Himmel , Wind 1-2 Bf. an der Insel Kreuzkurs Richtung SO. 11.30 Uhr Wind lässt stark nach, 12.00 Uhr kein Wind mehr. Segel raum, Fender u. Schlepptau klaren und nacheinander Gebhard, Rainer, Bernhard, Albert u. Klaus ins Wasser und schleppen lassen. Gebhard allein hatte schon das Schiff fast zum stehen gebracht, allein durch das typische Flusspferd-prusten. Nach über 1/2 Std. im Schlepp alle an Bord und unter Motor Richtung Split zur Marina Kastela.
14.50 Uhr Törn out:
Skipper Heiners Dank an Rasmus und an alle Mitsegler für den wirklich gelungenen interessanten und unfallfreien Segeltörn.

Abreise: 10. Tag Dienstag 11.Oktober
Nacht in der Marina Kastela. Alles nagelneu, WC, Duschen, Waschtische. Erholung pur. Frühstück, Schiff klaren, Rest packen und ab 8.00 Uhr fertig zur Schiffsabnahme und Übergabe an BavAdria. Die 4-Mann-Nachhut, jetzt als Vorhut, sofort los. Wollen bis nach Hause durchfahren. Die 3-Mann-Restgruppe nach erfolgter Abnahme, Abfahrt mit evtl. Übernachtung in Slowenien. Fahrtverlauf: herrliches Wetter, Autobahn frei, fast ohne Wind. Rudi drückt aufs Gas. Mittagessen in Landgasthof auf der Kurvenstrecke, Lamm vom Grill, sehr gut. Rudi fährt und fährt. 17.00 Uhr Spittal / Drau erreicht, Kaffeetrinken und sofort weiter. Rudi fährt immer noch, ist nicht zu bremsen. Ankunft Traunstein kurz vor 20.00 Uhr.
Ich glaube der Rudi fährt immer noch weiter.

Nachbetrachtung:
Es war angefangen von der Vorplanung über Umsetzung und Ausführung dieses Törns der Montagstörner eine hervorragend organisierte Reise. Durch die verschiedenen Wetterkapriolen wurde der Törn zu einem einmaligen Segelerlebnis. Dazu noch die in Dalmatien wirklich sehenswerten Orte und Inseln, mit ihrer vergangenen Geschichte und auch der nicht so guten jüngeren Ereignisse, die ihre Spuren noch heute sichtbar tragen, hat diesen Törn zu einem unvergesslichem Erlebnis gemacht. Jeder der von uns besuchten Orte hätte einen längeren Aufenthalt verdient. Die verschiedenen Baustile, zum Teil venezianisch geprägt, die kleinen Gassen und Placas mit ihren Steinböden, zum Teil aus weißem Marmor, waren schon sehr beeindruckend.
Dieser Törn bot uns Segeln pur mit Kultur.
Zum Abschluss muss ich auch noch das “ Käptn´s - Dinner “ erwähnen. Heiner hat uns in Split dazu eingeladen. Ein sehr gutes Lokal in Hafennähe, mit einem etwas wärmlichen Ober, der dem Albert ca. eine 1/2 Std. lang Fischgerichte erklärte und wir am Ende froh waren, nicht doch ein T-Bone Steak erwischt zu haben. Hervorragende Fischsuppe, mit ( fast ) ganzen Fischen etc. Fischhauptgericht und Wein vom Feinsten. Danach die Suche nach RUDI, ja wo ist er denn?? Natürlich auf der Hafen-Meile, den Stelzen nachschauen. Dafür bekam er von uns sofort vollste Unterstützung.

Ich habe noch gar nichts gesagt zur Zusammenarbeit und Stimmung an Bord und an Land. Wenn man sich vorstellt, 7 Mann auf einem Boot, in den Kajüten zu zweit, einschl. der Ausrüstung und Kleidung, schlafen , kochen , essen, waschen, WC ect. und das alles ohne Probleme? Gibt es !!!!!.
Natürlich mit dem Kommando: Tür zu, ich kann euch nicht arbeiten sehen. Auch bleiben Diskussionen nicht aus über das Tages-Ziel per Schiff, oder zum Essen gehen.
A
ber das gemeinsame Ziel, einen sauberen Törn hinzulegen, hatte immer Vorrang.

Rainer Rost



A – Cat Weltmeisterschaft vom 19. bis 24. Juni 2005
in Sanguinet, Frankreich
Los ging es mit einem kleinen Ausflug am Mittwochnachmittag zum Alpsee, da musste ich meinen A-Cat-Kollegen Helmut Sydow abholen, um am nächsten Tag mit seinem VW-Bus und meinem Hänger die Reise nach Sanguinet in der Nähe von Bordeaux anzutreten.
Am Donnerstagmorgen um 5.00 Uhr ging es los.
1600 km durch Österreich, Schweiz und Frankreich. Am Abend gegen 21.00 Uhr kamen wir ohne Schwierigkeiten am Zielort an.
Am nächsten Tag bauten wir dann gleich die Cats auf um sich auf die Gegebenheiten einzufahren. Bei diesen Trainings konnten wir die schöne Gegend beim prognostizierten Wind von 6-14 Knoten so richtig genießen und beim Angleichen auch erste Standortbestimmungen machen.
Am Abend vor der ersten Regatta gab es einen etwas langwierigen offiziellen Empfang mit allen ortsansässigen Würdenträgern im Rugbystadion von Sanguinet. Das Beeindruckenste an den Reden war die Information, dass anscheinend sieben A-Cat -Weltmeister und mindestens vier Olympiamedaillengewinner am Start seien. Bereits bei dieser Eröffnungsfeier und beim anschließenden offiziellen Essen waren die Gastfreundschaft und die Freude über diesen Anlass bei unseren Gastgebern zu spüren, was sich bis zum Schluss nicht änderte.
Pünktlich zum Regattabeginn war es aber vorbei mit dem schönen Wind vom Training. Bei ca. 6 Knoten durften wir dafür aber bei den ersten beiden Läufen jeweils vier mal starten üben und auch bereits die ersten Strafen kassieren, bevor wir uns um die drei Runden kämpften. Bei diesen Läufen zeigte sich, wer für den Rest der Meisterschaft den Ton angeben würde: Steve Brewin mit zwei Laufsiegen, Glenn Ashby mit einem 2. und 3. Platz, Pete Melvin mit einem 3. und 2. Platz.
Die große Überraschung dann aber an Land als bekannt gegeben wurde, dass Glenn im 2. Lauf einen Black Flag-Start hatte und demzufolge disqualifiziert wurde. Bereits jetzt war also klar, dass eine Titelverteidigung für Glenn schwierig sein würde, da es über die ganze Serie nur einen Streicher gab. Zum zweiten Lauf hat es dann nur dank unseren lange dauernden ‚Startübungen’ gereicht.
Der zweite Tag war eine Steigerung des ersten: noch weniger Wind, dafür noch mehr Dreher und Löcher: so hatten auch Glenn und Steve Brewin einen 16., resp. 17. Platz auf dem Konto. Pete Melvin war nach der ersten Kreuz auch nicht immer in der Spitze, aber dank herausragender Vorwindgeschwindigkeit und guter Taktik hat er sich mit seiner selbst entwickelten, jetzt von Nacra vertriebenen, Plattform immer wieder nach vorne gekämpft. Sein harter Mast gepaart mit dem sehr bauchigen Segel war bei diesen Leichtwinden auch nicht gerade ein Nachteil. Es wäre interessant gewesen zu sehen, wie diese Kombination bei etwas mehr Wind läuft. Dank der großen Konstanz war Pete bereits nach dem zweiten Tag an der Spitze, und das ohne Laufsieg (was auch bis zum Schluss so bleiben würde).
Am dritten Tag war der Wind so schwach, dass nur ein weiterer Schwachwindlauf gesegelt werden konnte. Zudem wollte uns die Regattaleitung früh an Land haben, war doch wieder ein offizielles Essen mit Spezialitäten aus der Region: Gänseleber, Entenbrust, weitere ‚Innereien’ und natürlich Wein aus der Region (Bordeaux). Vor allem der reichlich zur Verfügung stehende Wein half den doch bei den meisten Seglern bereits vorhandenen Frust herunterzuspülen. Bei Nils Bunkenburg war letzterer so groß, dass er nach einigen Gläsern des edlen Tropfens beschloss, am nächsten Tag die verfrühte Heimreise anzutreten.
Am vierten Tag, dem eigentlichen Ruhetag, holten wir den zweiten Lauf vom Vortag nach. An der Spitze wieder das gleiche Bild: Glenn vor Pete! Fast schon nicht mehr erwähnenswert, dass auch dieser Lauf nahe an der Grenze der Mindestwindgeschwindigkeit ausgetragen wurde.
Am letzten Tag wiederholte Glenn seinen Sieg vom Vortag gleich noch zweimal. Zwar konnte er Pete Melvin nicht mehr einholen, der vor allem dank seiner Konstanz (9. Platz als Streichresultat) unschlagbar war, doch aber Steve Brewin noch auf den dritten Platz verdrängen. Altmeister Scott Anderson, der in Chieming überragend gewonnen hatte, wurde 5. Dass der Wind auch anders kann, bewies er uns die letzten 300 Meter des letzten Laufes und während der Heimfahrt: wie aus dem Nichts wunderbare regelmäßige 12-14 Knoten Wind und endlich fliegende A-Cats!
F
ür mich war es eine neue Erfahrung, dass über eine Serie von einer Woche immer die gleichen Bedingungen herrschten und ich in der Regel mit stärkeren Winden besser zu Recht komme, was sich auch Ende dieser Saison mit sehr guten Plätzen in Ascona und am Gardasee bewiesen hat. Vor allem die Starkwindspezialisten wie ein Nils, Mark Bulka oder Paulo Penco finden sich ungewohnt weit hinten in der Rangliste, aber immer noch gut vor mir. Nächstes Jahr muss ich noch an meinen Leichtwindsegeln feilen und am Material wird sich auch noch etwas ändern, da ich in den nächsten Tagen mein eigentliches Schiff (neu) und auch einen neuen Mast bekomme. Der alte von diesem Jahr samt Boot wird nämlich aufgrund einer Reklamation getauscht.
Materialmäßig gab es einiges an Neuigkeiten zu bestaunen: der A2 von Pete Melvin, eine Weiterentwicklung des ‚alten’ Flyers, der Nikita von Nils, eine neue Titan Plattform und auch einige Eigenbauten. Das im Vorfeld stark diskutierte Thema der Hydrofoils war an der WM selber beinahe nicht existent. Nicht mal die runden Schwerter von Hoekstra waren von großem Interesse. Es scheint mir, dass es unter den Plattformen auch bei völlig unterschiedlichen Schwertphilosophien (schmale, ‚Kuchenbleche’ à la Marström, runde, nach innen angestellte Schwerter) in der Praxis keine markanten Unterschiede gibt, so lange die Boote nicht fliegen. Anlässlich des World General Meeting wurde so auch eine Kommission gewählt, die in den nächsten Monaten einen Vorschlag ausarbeiten soll, um die doch schon lange währende Unsicherheit betreffend der Hydrofoilregel zu beseitigen.
Abschließend bleibt der Dank an die unsere Gastgeber für die hervorragende Organisation und die vielen enthusiastischen Helfer.

Helmut Stumhofer jun.



Die SCC-Vorstandschaft gratuliert seinem 2. Vorsitzenden Helmut Stumhofer jun. herzlich zu seiner Teilnahme an dieser Weltmeisterschaft der A – Cat Segler. Um bei einer Weltmeisterschaft antreten zu können, muss man sich erstmal in vielen Regatten qualifizieren. Von 100 Teilnehmern ersegelte sich Helmut den sehr beachtlichen 56. Platz.



Österreichische Meisterschaft die I.

Im südlichen deutschsprachigen Raum bekommt wohl der Chiemsee den Preis für das windsicherste Revier 2005!
Leider reicht diese Windoase nicht über die Grenze nach Österreich hinein, um die dortigen Verhältnisse an die bayrischen Gegebenheiten anzugleichen.
Am Freitag früh nach getaner Arbeit fuhr ich die ca. 100 km von Chieming nach Zell am See.
Da sich am Chiemsee schon eine schöne Briese auftat, dachte ich mir, dass könnte doch gleich gut losgehen. Wie immer in diesem Jahr kam ich als letzter zur Regatta. Die anderen Teilnehmer hatten schon aufgebaut. Knapp in der Zeit hatte ich zum Glück einige fleißige Helfer, um mein Boot startklar zu machen.

Bei dieser Gelegenheit bedanke ich mich bei meinen A-Cat-Kollegen, die mir bei so vielen Regatten geholfen haben, meinen A-Cat in letzter Sekunde pünktlich zum Start zu kriegen.

A
ber dieses Mal war es eigentlich nicht so brisant. Denn wie sich herausstellte, ist Wind aus West oder Ost eher nicht so gut für den Zeller See. Es hieß also abwarten. Um den Tag zu vertreiben und die Zeit totzuschlagen, wurden einstweilen die Boote komplett vermessen und verwogen. Nach mehreren Versuchen schafften wir dann doch am Feitag eine Wettfahrt bei ca. 5 Knoten Wind. Am Abend nach dem Essen fuhr ich dann wieder nach Chieming. Schließlich musste ich schon wieder 5 Stunden später am Ofen in meiner Bäckerei stehen.

„Und täglich grüßt das Murmeltier ...“ wie am Vortag düste ich am Chiemsee vorbei mit Westwind und kam am Zeller See an - kein Wind. Auch an diesem Tag ging es mit den Vermessungen munter weiter, der Wind ließ auf sich warten. Zu guter letzt konnten wir auch dann noch eine Wettfahrt segeln. An diesem Abend fuhr ich nicht nach Hause, sondern blieb in meinen Auto über Nacht. Nach nächtlichem Regen ging es bedeckt in den Sonntag, aber leider mit immer noch sehr wenig Wind. Vier Wettfahrten müsste man durchführen, um eine Wertung für die Österreichische MS zu haben. Die Wettfahrtleitung setzte diesmal auf einen Start von der anderen Seite des Sees, also im Süden. Leider reichte es auch am Sonntag für nur zwei verkürzte Wettfahrten, da der Wind dann wieder drehte und folglich komplett einschlief.

So ging die Österreichische Meisterschaft nur als ganz normale Regatta durch, mit 4 gefahrenen Wettfahrten an drei Tagen. Echt schade, denn das Umfeld des Sees und die Küche samt Wettfahrtleitung hätten etwas anderes verdient.

Na gut, auf ein Neues am Wallersee im September.

Helmut Stumhofer jun.



Österreichische die II.

Aufgrund der schwachen Windverhältnisse konnte die Österreichische Meisterschaft am Zeller See nicht regelkonform ausgetragen werden. So wurde beschlossen, die ÖM ein 2. Mal am Wallersee durchzuführen.

Die ÖM am Wallersee im letzten Jahr war ein toller Erfolg. Schöner Wind zwischen 3 und 4 Windstärken und eine super Wettfahrtleitung hatten ermöglicht, dass wir 11 Wettfahrten in 3 Tagen segeln konnten.
Mit diesen Voraussetzungen muss es doch klappen, dachte der Vorstand der Österreicher (der selbst leider wegen Krankheit an der Regatta nicht teilnehmen konnte).

Leider war das Jahr 2005 mit dem Jahr 2004 überhaupt nicht zu vergleichen. Die 23 Teilnehmer mussten warten und warten und wieder warten. Einige nutzten die Zeit um ihr Boot zu verkaufen. Katrins Boot ging an den Chiemsee und Georg kaufte das Boot von Andreas Polterauer. Klausi und Bob kamen extra von Italien rauf. Dort waren die Wetterverhältnisse so schlecht, dass sie wegen des zu vielen Winds wohl keine Regatta starten konnten. (Wie sich allerdings herausstellen sollte, war in Italien zwar am ersten Tag keine Wettfahrt, dafür waren aber die anderen Tage umso besser.) Jetzt am Wallersee ging dieses Blitzmanöver nicht auf.
Leider konnten wir nur eine Wettfahrt segeln, wozu man sagen muss: Die Gegebenheiten waren mehr schlecht als recht. Genau bei diesem Start traf ich das wohl einzige Treibholz in dem See, welches auch prompt das Gestänge meiner Ruderanlage verbog und ich so dermaßen viel Ruderdruck bekam, dass ich erst einmal stehen bleiben musste, um die Ruderanlage zu reparieren. Folglich kam ich auch als 23. und letzter zur Luvtonne. Da bleibt nur noch eines: „Alles oder Nichts“ – und ich hatte richtig entschieden. Auf Vorwind überholte ich 15 Boote, die gesammelt die andere Seite wählten und in der Flaute stecken blieben. Unter vollem Speed zog ich mit „beiden Schwimmern“ in der Luft (ist das nicht das unglaubliche Flyern) an den anderen vorbei.

Leider gibt es über die nächsten Tage nicht viel mehr zu erzählen. Wir versuchten es noch einige Male, doch leider ging nichts mehr Gescheites zusammen, so dass ich die Regatta am Sonntagnachmittag abbrach und nach Hause fuhr. Der Montag fiel aus, da sowieso keine Möglichkeit bestand, die ÖM noch ordnungsgemäß durchzuführen. Sehr schade!

Meinen Dank an die Wettfahrtleitung, die wohl die Beste ist die ich kenne. Sie hat es mehrmals versucht, aber keine Regatta um jeden Preis durchgezogen. Note 1 mit *. Die Verpflegung war wie immer in Österreich eine Wucht. So kann man sagen: Trotz mangelnden Windes eine super Veranstaltung. Weiter so!

Helmut Stumhofer jun.