Bericht
Bericht Laterndlregatta 2006
Eingeschmiert mit Sonnenmilch mit Sonnenschutzfaktor 20, den Neoprenshorti nur als Hose angezogen, den Trapezgurt locker angelegt und die Schwimmweste als Sitzkissen hergerichtet, segelte ich zum Start hinaus. Nach dem Start bewegte sich bei leichtem Westwind der größte Teil des Feldes zuerst mit Peilung Richtung Golllenshausen. Je näher wir zur Fraueninsel, unserer ersten Wendemarke, kamen, desto weniger wurde der Wind: Etwas genervt und durstig erreichte ich als zweiter hinter den Spatzein die Inselwestseite. Da wir, die Spatzlcrew und ich, vor der Fraueninsel noch vom Lindewirt Wasti geredet haben, erhoffte ich, da ich selber keinen Euro dabei hatte, auf eine Einladung von Klaus auf eine Halbe auf der Insel. Hacky und Klaus segelten aber vom unbändigen Ergeiz getrieben weiter.
Zu erwähnen ist auch noch der Test in Regelkunde vom Kapitän des Fährschiffes „Ludwig Fessler“ durch Walter und Eva Gampert. Wegen Windmangel war der Tornado von den Gamperts kurzzeitig in der engen Fahrrinne zwischen der Frauen- und Krautinsel manövrierunfähig und so musste das Fährschiff so lange hinter den Gamperts herschleichen, bis sie die Fahrrinne verlassen hatten.
Bei der Fraueninsel wurde uns dann mitgeteilt, dass es eine Bahnverkürzung gibt und die Tonne südlich vor Essbaum auf dem Chiemsee nicht mehr gerundet werden muss.
Nach der Umrundung der Fraueninsel bot sich für uns ein trostloses Bild. So weit das Auge blicken konnte bewegten sich die Segelboote auf dem Chiemsee nur geringfügig. Das Zeitlimit für die Regatta war für 18 Uhr ausgelegt, aber ich wollte unbedingt zum Anpfiff für die Achtelfinalbegegung bei der Fußballweltmeisterschaft zwischen Deutschland und Schweden rechtzeitig auf dem Clubgelände sein.
Also welche Taktik sollte ich wählen? Peter entschied sich nach der Insel auf Kurs Richtung Feldwieser Zipf. Klaus und Walter fuhren wie ich in Richtung Seebrucker Bucht und versuchten dann, wie auch Caspari Rudolf auf A-Cat, ihr Glück über den Weitsee. Ich segelte, wenn man überhaupt noch bei dieser geringen Bootsgeschwindigkeit von Segeln sprechen kann, noch weiter Richtung Seebrucker Bucht, da ich auf den angesagten Nordostwind, der vielleicht eher die Seebrucker Bucht ausfüllt, hoffte. Plötzlich setzte aber eine leichte Priese aus Südost ein und ich konnte Kurs auf Schützing nehmen. Je weiter ich in Richtung Chieminger Bucht segelte drehte der Wind auf Süden und ich konnte mich durch meinen Privatwind vom Feld absetzten. Je näher ich dem Ziel kam desto weniger wurde der Wind und er drehte auf westliche Richtung. Die letzten 500 Meter zum Zielschiff wurden zur Qual. Die Konkurrenz rückte immer näher und man musste jeden Windfleck auf dem See ausnutzen um sich Richtung Ziel zu bewegen. Kurz vor 17 Uhr überquerte ich als erster die Ziellinie nach 5 1/2 Stunden Hitzeschlacht auf dem See. Gewonnen hat diese Regatta aber nach Yardstickumrechnung Fred Herdy mit seiner Frau Hildegard auf Korsar vor Heiner Dürr und Manfred Beer auf der U 20 vom SCC. Jürgen Bauer mit Vorschoter Harry Schmid vom SWFS belegten den dritten Platz.
Leider ließen sich unsere Kicker nur wenig Zeit zum ersten Tor nach dem Anpfiff und so konnte ich erst das zweite Tor von Podolski zum 2:0 Sieg live miterleben.
Robert Hein sen.